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kleines typo-glossar |



AFM-Dateien :: Als AFM-Dateien werden Zusatzdateien von Post-Script-Schriften bezeichnet, die Informationen über das Erscheinungsbild einer Schrift enthalten.

Akzent :: Mit „Akzent” wird ein Betonungszeichen (Zeichen über oder unter dem Grundkörper eines Buchstabens) bezeichnet, welches Besonderheiten seiner Aussprache (Betonung, Dauer eines Lautes) eines Buchstabens darstellt. (lat. accentus für „Betonung”); Akzentarten: Èè (Akut) – Áá (Gravis) – Öö (Trema) – Çç (Cedille) – Êê (Zirkumflex) – Ññ (Tilde) – Åå (nordischer Akzent)

Akzidenzschriften :: Der Begriff „Akzidenz” (Zufälligkeit; lat. „accidens” – dt. „sich Ereignendes”) stammt noch aus der Zeit des materiellen Schriftsatzes und bedeutet(e) soviel wie ungewöhnliche und wirkungsvoll gestaltete Drucke (z.B. Werbeanzeigen, Zeitungsköpfe etc.). Für diese Druckwerke wurden aussergewöhnliche Schrifttypen (Akzidenzschriften) entworfen (damals aus Holz, Blei, Kupfer oder Messing), die aufgrund ihrer ungewöhnlichen Formen Aufmerksamkeit auf sich lenken sollten und deshalb für die Verwendung als Grundschrift ungeeignet waren.

Antiqua :: siehe Antiqua, Grotesk & Egyptienne

ASCII-Code :: Der ASCII-Code wurde als Standard Mitte der 80er Jahre mit Verbreiterung der computerisierten Datenverarbeitung festgelegt und ermöglicht den plattformübergreifenden Austausch von Textdokumenten. Er besteht aus Zahlen und Ziffern, verschiedenen Klammerformen sowie aus Sonderzeichen der Textverarbeitung wie z.B.: \, |, -, _, +, %, @, >, <, ;, !, =, #, +, *, ^, /, &, $, Ú,

Bézier-Kurven :: sind Kurvenverläufe, die durch zwei Endpunkte einer Kurve und die Besonderheiten der an ihnen angelegten Tangenten definiert sind. Durch Unterteilung von Kurvenzügen lassen sich alle Kurven als Bézier-Kurven darstellen. Viele Font-Design- und -Grafikprogramme arbeiten mit dieser geometrischen Konstruktion, die von einem französischen Ingenieur entwickelt wurde.

Bilderfassung – Bildbearbeitung :: Unter Bilderfassung wird eine Technik verstanden, in der Bilder für die elektronische Weiterverarbeitung digital erfasst – meist mittels eines Scanners „gescannt” – werden. Die Veränderung, Verbesserung oder Retusche von Bildvorlagen (z. B. Illustrationen oder gescannte Fotos) in speziellen Grafikprogrammen wie beispielsweise „Photoshop” oder „Corel-Draw” wird Bildbearbeitung genannt.

Blindtext :: Als „Blind- ” oder „Mustertext” wird ein Text bezeichnet, der bei der (typo)grafischen Entwurfsarbeit anstelle des endgültigen Textes in das Satzlayout eingefügt wird. Da es dabei vorrangig um die Vor-Visualisierung des endgültigen Layouts geht, werden im Blind- oder Mustertext lediglich Schriftwerte (wie Schrifttypus, Schriftschnitt, Schriftgröße, Zeilenabstand, Satzausrichtung etc.) dargestellt, der Inhalt des Blindtextes spielt dabei keine Rolle und kann deshalb beliebig gewählt werden.

Capitalis Monumentalis (Scriptura Capitalis) :: Musterform des lateinischen Majuskel-Alphabetes (ca. im 4. Bis 2. Jh. v. Chr.), deren Buchstabenformen bereits die Form unseres heutigen Alphabets aufweisen (berühmtes Beispiel: die Trajanssäule in Rom). Siehe auch Alphabet – Begriff und Herkunft

dpi :: Abkürzung für dots per inch (Punkt pro Zoll). Die Auflösung von 300 dpi entspricht 118 Punkten/cm. Siehe auch Maßeinheiten & Druck-Auflösung

DTP :: DTP ist eine Abkürzung für „Desktop Publishing” und bedeutet die computerisierte Erfassung, Bearbeitung und Druckvorbereitung von Text- und Bildmaterialien mittels spezieller Hard- und Software (DTP-Programmen). Da das gesamte Layout bereits in seiner Endform am Bildschirm ("Desktop”) digital dargestellt werden kann, ist die Wirkung des endgültigen Layout-Werkes bereits "vor” dem Druck gut abschätzbar.

Egyptienne :: „Egyptienne” wird eine serifenbetonte Schriftart bezeichnet, die nach der genormten Schriftklassifikation zu der Gruppe der Antiqua-Schriften gezählt wird; meist – aber nicht zwingend – weisen die senkrechten- und runden Linienformen sowie die Serifen dieselbe Strichstärke auf. Egyptienne Schriften werden auch „Serifenbetonte Linear-Antiqua” oder im englischen Sprachraum „Clarendon” bezeichnet. Siehe auch Antiqua, Grotesk und Egyptienne

Expertensatz :: Siehe Schriftfamilien

Font-Ordner :: wird im (typo)grafisch-umgangssprachlichen Gebrauch in Österreich für Buchstabensatz bzw. Zusammenstellung einer Schriftfamilie inklusive der dazugehörigen Schriftschnitte und ATM-Dateien in einem digitalen „Ordner” verwendet. Der Begriff „Font” wird aber auch für einen „Buchstabentypus” wie auch für die „Zusammenstellung von zusammengehörenden Schriftzeichensätzen mit gleichartigen formalen Merkmalen” verwendet.

Frakturschrift :: Die Fraktur ist eine Schriftart mit gebrochenen Rundungen und Linienzügen, die an das Schreiben mit der Breitfeder erinnert; sie zählt zu der Gruppe der „Gebrochenen Schriften” und war „die” Schreibschrift des Mittelalters. Unter nationalsozialistischen Regime wurde die Fraktur – als symbolische Rückbesinnung auf alte und traditionelle Werte – vorerst wieder entdeckt und später dann als „Judenletter” denunziert und per Parteirundbrief verboten.

Gemeine :: Kleinbuchstaben einer Schrift; siehe Klein- und Großbuchstaben

Goldener Schnitt :: Der Begriff „Goldener Schnitt” bezeichnet ein mathematisches Teilungsverhältnis in der Proportion von Breite zu Höhe im Verhältnis von 1 : 1,618. Wiederentdeckt und propagiert wurde der Goldene Schnitt seit der Renaissance insbesondere von verschiedensten Künstlern aus Architektur, Malerei, Bildhauerei, Musik wie auch Typografie als das ideale Teilungsverhältnis im Sinne des Klassizismus. Das Proportionsverhältnis des „Goldenen Schnitts” wird in der westlichen Kultur als harmonisch empfunden und konnte durch den italienischen Mathematiker Leonardo Fibonacci Anfang des 13. Jh. bereits im antiken Griechenland nachgewiesen werden.

Grotesk :: Serifenlose Schriftart, die zu der Schriftgattung der Antiqua-Schriften zählt; die Grotesk wird deshalb auch „Serifenlose Linear-Antiqua” oder „Endstrichlose” bezeichnet. Siehe auch Antiqua, Grotesk & Egyptienne

Italic :: Bezeichnung für kursiv gesetzte Schrift. Siehe auch Schriftfamilie (Schriftschnitt).

Kalligraphie :: Der Begriff „Kalligrafie” bedeutet im eigentlichen Sinne „die Kunst des schönen Schreibens” einer händisch erzeugten, freien Schreibschrift mit individuellen Varianten und Ausschmückungen. Als Instrumentarien können sowohl Schreibfeder oder auch Pinsel, Stifte oder moderne Füllhalter etc. benutzt werden. Die Kunst der Kalligrafie gilt zwar auch in Europa, aber vor allem in China, Japan und den arabischen Ländern als besonders „hohe” Kunstform.

Kalliope :: Kalliope gilt als die Muse der „Schreibenden Künste”. Nach der antiken Mythologien ist Kalliope, die „Schönstimmige” eine der neun Töchter des Zeus und der Mnemosyne (Göttin der der Erinnerung ). Sie wird erstmals im 8. Jh. v. Chr. vom griechischen Dichter Hesiod in seiner „Theogonie” als Muse der epischen Dichtung, der Rhetorik und der Schriftkunst genannt.

Kanzlei-Schrift :: Teilweise genormte Schreibschrift, die früher, ab dem Mittelalter für offizielle Urkunden benutzt wurde.

Korrekturzeichen :: Zeichen, mit denen auf Korrekturvorlagen (Ausdrucke, Korrekturfahnen etc.) Fehler zur Korrektur angemerkt werden. Um Fehler bei der Fehlerkorrektur zu vermeiden, wurden diese Zeichen für die Typo-Industrie zur allgemeinen Verständlichkeit genormt. (siehe Publikation „Duden-Rechtschreibung” oder www.verschlimmbessert.de)

Layout :: Layout kommt aus dem Englischen „to lay” und meint soviel wie Entwurf, Planung Anordnung aller Elemente der Seitengestaltung. Die Gestaltungselemente des Layouts sind sowohl Text- wie bildhafte –Elemente (z.B. Logos, Fotos, Illustrationen, Symbole etc.)

Legende :: Texterklärungen zu einem Bild, einer Karte, einem Diagramm etc; eine Legende kann sich auch innerhalb einer bildhaften Darstellung befinden.

Lektorat :: Abteilung eines Verlages zur inhaltlich-stilistischen Überprüfung, Überarbeitung und Korrektur eines Manuskriptes vor der Veröffentlichung.

Lesegrößen :: Schriftgrößen, die bei einem durchschnittlichen Leseabstand von 30 bis 40 cm gut lesbar sind, werden deshalb „Lesegrößen” genannt. Je nach Schrifttypus fallen Schriftgrößen von 8 bis 12 Punkt (siehe über das lesen und maßeinheiten) in diese Kategorie.

Ligatur :: Der Begriff „Ligatur” stammt aus der Bleisatzzeit und bedeutet die Verbindung von zwei Buchstaben auf der Drucktype eines Schriftkegels. Eine Ligatur wurde für „kritische” Buchstabenkombinationen eingeführt, deren Form nach rechts zu auslandend war, um Folgebuchstaben mit einer normalen Einzeldrucktype – ohne auffälligen Leerplatz – nahe genug heranrücken zu können (z.B. beim „F”, „T” oder „V”). Heute werden Buchstaben so designed und programmiert, dass Ligaturen im Rahmen der meisten Layoutprogramme automatisch erstellt werden.

Majuskel :: Siehe Groß- und Kleinbuchstaben

Makrotypografie :: Siehe Typografie – Begriff und Bedeutung

Marginalie :: Randbemerkung; Marginalien enthalten Erläuterungen oder auch Abbildungen.

Mikrotypografie :: Siehe Typografie – Begriff und Bedeutung

Minuskeln :: Ältere Bezeichnung für „Kleinbuchstaben”, die heute auch „Gemeine” genannt werden.

Oberlänge :: Maßanteil der Gemeinen (Kleinbuchstaben), die über die Mittelhöhe herausragen, wie z.B. bei „d” und „h”. Siehe Schriftgrundlinie & Schriftgrad

OCR-Schriften :: Die Abkürzung „OCR” kommt aus dem Englischen und bedeutet "optical character recognition” – zu deutsch: optische Buchstabenerkennung. OCR-Schriften sind genormte Schrifttypen, die zur leichten Wiedererkennung bei computerisierten Verarbeitungverfahren konstruiert wurden und kommen beispielsweise auf Scheckformularen, Kontoauszügen etc. vor.

Pagina :: Veralteter Begriff für Buch- oder Blattseite; "paginieren” bedeutet eine Publikationen mit Seitenzahlen zu versehen.

Parenthesen :: Synonym für Klammern, wie z. B. (runde Klammern), [eckige Klammern] oder {geschweifte Klammern}.

Piktogramm :: Vereinfachtes Bildzeichen, das einen typische Person, einen typischen Gegenstand oder eine typische Situation auf einfache Formen reduziert und leicht wieder erkennbar darstellt. Piktogramme dienen sowohl im Bereich der öffentlichen Beschilderung (z.B. „Wohnstraße” etc.) als auch als sprachunabhängiges, internationales Kommunikationssystem (z.B. auf Flüghäfen).

PostScript :: Der Begriff „Postscript” bezeichnet eine Programmiersprache der Fa. Adobe, die - mit entsprechenden Programmen Schrift und Grafik automatisch in ein größen- und auflösungsunabhängiges Datenformat übersetzt. Postscript-Daten (PS-Daten) können auf geeignete Ausgabegeräten wie etwa Laserdrucker oder Belichter in bester Qualität ausgegeben (ausgedruckt) werden.

Satzspiegel :: Nutzfläche auf dem ausgewählten Seitenformat, die mit dem "Satz” (z.B. Texten, Bildern etc.) gefüllt werden soll. Aus der Festlegung des Satzspiegels ergibt sich auch die Größe des (passiven, leeren) Papierrandes, der in einem ästhetischen Verhältnis zur Nutzfläche stehen soll. Genauer gesagt ist der Satzspiegel ein gedachtes Rechteck, das die bedruckten Teile einer Seite umgibt; er gilt in der Regel als Satz-Vorlage für das gesamte Druckwerk.

Screen-Schriften :: Speziel für LCD- und VGA-Monitore entwickelte Schriften. Screen-Schriften sind am Bildschirm besser lesbar als Druckschriften. Vertreter: Verdana, Arial, Helvetica Screen.

Serifen :: Linien, Balken, oder Trapezformen, die die meist senkrechten Linien von Buchstaben – oben und/oder unten – abschließend begrenzen. Siehe dazu auch Antiqua, Grotesk und Egyptienne sowie Buchstabenarchitektur und Begriffe

Sonderzeichen :: Alle Zeichen eines Zeichensatzes, die nicht Ziffern, Buchstaben oder Steuerzeichen sind, werden als "Sonderzeichen” bezeichnet.

Typografie :: „Wer den Begriff »Typographia« wann erstmals prägte, ist nicht bekannt. Denn über 400 Jahre lang wurde das Wissen über die Typographie von den Meistern an die Schüler - grotesker Weise - nur mündlich weitergegeben. Der Stand der Typographie-Forschung ist deshalb höchst defizitär und eine systematische, ganzheitliche Rekonstruktion ihrer Entfaltung in Theorie und Praxis erfolgte bis heute nicht. Etymologisch leitet sich das Wort »Typo- « vom altgriechischen »typos« her, das eigentlich »Schlag, Stoß«, später auch » Eindruck, Muster, Bild « bedeutet, analog zu »typtein« für »schlagen, hauen «, als Ursprung für das lateinische »typus«, das dann »Figur, Bild, Muster« meint; das Wort »-graphie« entspricht dem altgriechischen »-graphia« für das »Schreiben, Darstellen, Beschreiben« zu altgriechisch »graphein« für » ritzen, schreiben «.” (Wolfgang Beinert, Typoakademie.de); Siehe Typografie – Begriff und Bedeutung

Unterlänge :: Maßanteil der Gemeinen (Kleinbuchstaben) zwischen der Schriftgrundlinie und dem unteren Buchstabenende (Unterlänge) wie z.B. "g”, "j” und "p”. Siehe auch Schriftgrundlinie & Schriftgrad

Unterschneiden :: Verringerung des Buchstabenabstands bei sogenannten "kritischen” Buchstabenkombinationen, um optisch auffällige Leerräume zu vermeiden. Siehe auch Laufweite und Unterschneidungen.

Versalien :: Großbuchstaben einer Schrift, auch „Majuskel” genannt; siehe auch Klein- und Großbuchstaben

Vorschub :: Abstand von Zeile zu Zeile. Im Gegensatz zum Durchschuß, der den Abstand zwischen den Zeilen charakterisiert.

 

QUELLEN:
http://dynamik.fb10.tu-berlin.de/~borgmann/homeborg/typoglos.html
http://Typolexikon.de
http://www.janaszek.de/t/typograph-online.htm