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produktionshinweise |

 

Bei der Produktion von Druckwerken kommt es häufig zu Fehlern, die den kreativen Köpfen dahinter die Freude an den druckfrischen Publikationen ziemlich verderben können. In der Hitliste der Fehlerquellen rangieren orthografische Rechtschreibfehler, typografische Satzfehler oder „Fehl-Farb-Drucke”, die unter Zeitdruck passieren und übersehen werden, ganz oben. Doch ganz egal, was auch passiert, wenn wirklich etwas passiert, so kann dies ziemlich viel Geld kosten.

Um gängige Fehlerquellen im fertigen Produkt zu vermeiden, sei deshalb allen ProduktionsleiterInnen angeraten, immer die Ruhe und den Überblick zu bewahren und eingehende Qualitätskontrollen durchzuführen.

satzfehler |

Die verbreitetsten typographischen Setzfehler werden auf „gut-deutsch” noch gern als „Hurenkind” und „Schusterjunge” bezeichnet. Die eher sexualisiert-rüden und willkürlich-diskriminierenden Begriffe weisen darauf hin, dass das Drucker-Gewerbe noch bis vor kurzer Zeit männlich dominiert war. Viele TypografikerInnen und GrafikerInnen suchen derzeit nach Altenativen, allerdings noch ohne – mir bekannten, brauchbaren Ergebnissen.

Für den deutschen Sprachraum möchte ich in Anbetracht der Satz-Probleme, die damit beschrieben und symbolisiert werden sollen, anstatt „Hurenkind”, die „Voreilige” (oder rüder die „Stressige”) und anstatt „Schusterjungen”, den „Nachzügler” vorschlagen. Um die Vorschläge zu verdeutlichen, werde ich diese auch gleich praktisch anwenden, um sie zur Diskussion zu stellen.

Eine „Voreilige” (ehemalig "Hurenkind” genannt) ist letzte Zeile eines Absatzes, die als letzte Einzelzeile ihres Absatzgefüges (manchmal nur aus ein oder zwei Worten bestehend) am Anfang einer neuen Seite oder Spalte steht.

Als „Nachzügler” (ehemals "Schusterjunge”) wird die erste Zeile eines neuen Absatzes, die als letzte Einzelzeile bereits auf der Vorseite bzw. Vorspalte ihres nachfolgenden Absatzzuammenhangs beginnt.

Satzfehler

In beiden Fällen ist bei der Korrektur das Textgefüge dahingehend zu ändern, die Absätze entweder auf der selben Seite zusammen zu fügen oder die zusammengehörigen Absatzzeilen in Einheiten von mind. 3 Zeilen zu trennen.

Im gezeigten Bild ist aber ein zusätzlicher Satzfehler versteckt, der häufig anzutreffen ist: Es sind die durch den Blocksatz unschön gedehnten Wortabstände (siehe Wortabstand). Dieser sich teigartig-dehnenden Wortabstände sind Probleme des Blocksatzes und auch im Computersatzbereich, meist manuell auszugleichen.

Bei der Lektüre von Tageszeitungen fällt weiters auf, dass orthografische Trennfehler auf der Hitliste der Satzfehler ganz oben rangieren. Diesbezüglich gilt: nochmal prüfen erspart Ärger & Geld!


qualitätskontrolle |

Der Andruck: „Andruck” wird eine Methode der Qualitätskontrolle bezeichnet, um Fehlerquellen im Druckwerk vor der (manchmal tausendenfachen) Reproduktion festzustellen. Beim Andruck wird in der Druckerei eine Art „Vordruck” erstellt, der Auskunft über die zu erwartende Farbbeschaffenheit auf der verwendeten Papierqualität wie auch über ev. Satz- oder Layoutprobleme gibt. Der von der Druckerei erstellte und von AuftraggeberIn bestätigte Andruck gilt hinsichtlich Farbe, Inhalt und Design als „verbindlich”. U. a. dient der Andruck auch im Falle eventueller späterer Rechtsprobleme AuftraggeberIn und Druckerei als Sicherheit.

Der Proof: Eine etwas günstiger Methode ist die Herstellung (Ausdruck) eines „Proofs” auf sogenannten „Proof-Druckern”, das von Repro-Studios durchgeführt wird. Da ein Proof nur hinsichtlich der Farb- nicht aber hinsichtlich der Papierqualität verbindlich ist, kann die Farbwirkung beim entgültigen Druck variieren.

Der Digitalausdruck: Die günstigste Möglichkeit zur Qualitätskontrolle bietet ein „Digitalausdruck” auf herkömmlichen Farblaserdruckern. Da die Drucker verschiedener Hersteller jedoch in Farbtiefe- und –nuancierungen variieren (obschon die Farbqualität in der Beschreibung angepriesen wird), kann die Farbbeschaffenheit eines Laserdrucks nur als Annäherung an die Farbqualität und somit nicht als druckverbindlich angesehen werden. Immerhin aber bietet der Digitalausdruck eine wichtige Möglichkeit Satzfehler zu erkennen.