schriftmischungen |
schriftmischung und auszeichnungen |
Schriftmischung ist ein Teilgebiet der Makrotypografie und
bezeichnet eine Technik, bei der zwei oder mehrere Schriftfamilien
oder Schriftschnitte innerhalb eines Schriftsatzwerkes verwendet
werden. Schriftmischung dient der formalen und inhaltlichen Struktur
eines Textes durch kontrastierend-grafische Betonung wichtiger Passagen,
Worte oder einzelner Textteile (Grundschrift). Hervorhebungen
wichtiger Titel, Begriffe, Wörter, Symbole, Sonder- oder Einzelzeichen
etc. stehen bestenfalls im inhaltlichen Zusammenhang mit dem Text
und fördern Übersichtlichkeit, Lesefreundlichkeit, Textnutzen
und Blick-Navigation beim Auffinden von Schlüsselbegriffen.
Allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten darüber,
welche Schrifttypen zu mischen sind, gibt es nicht. Dies bleibt
dem individuellen, ästhetischen Empfinden der GestalterInnen
überlassen. Allerdings möchte ich bei Hervorhebungen die
anti-homöopathische Methode empfehlen, d.h. nicht
gleiches gegen gleiches oder ähnlichen zu mischen (z.B. verschiede
Serif- oder Grotesk-Schriften).
Wohingegen im Print-Bereich der Schriftmischung unzählige
Möglichkeiten offenstehen, sind diese im Web-Design allerdings
begrenzt, da nur System-Schrifttypen verwendet werden können,
die plattformübergreifend auf jedem Computer darstellbar sind.
Schriftmischungen innerhalb des Lauftextes (der Grundschrift) werden
Auszeichnungen genannt. Dieser Begriff ist auf die Frühzeit
des Buchdrucks (Inkunabelzeit vor 1500; Inkunabel: Wiegen-
bzw. Frühdruck) zurückzuführen, da damals sämtliche
Hervorhebungen im Mengentext wortwörtlich händisch ausgezeichnet
wurden.
Laut Wolfgang Beinert (www.typoakademie.de)
kennt die Typographie drei Techniken der Schriftmischung (bzw. Auszeichnung):
1. Die Systematische Schriftmischung, die den Text
hierarchisch und didaktisch in Überschrift, Vorspann, Bildunterschrift
etc. gliedert.
2. Die Partielle Schriftmischung, die den Lauftext
der Grundschrift durch eine "integrierte Auszeichnung
(schwach kontrastierend) oder durch eine "aktive Auszeichnung
(stark kontrastierend, auffallend) gliedert.
3. Die Lyrische Schriftmischung, ist eine starke
individuelle und emotionale oder auch plakative Färbung aufweist.
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