fim :: digital video
galerie :: archiv
paph-magazin
about gsz
kontakt
g.szekatsch :: home

 

   
   
 

schriftsatz-techniken 2|

 

zeilenabstand & zeilenvorschub |


Zeilenabstand – auch mit „ZAB” abgekürzt – wird die Distanz zwischen der Unterkante der Vorzeile bis zur Oberkante der Folgezeile (im Bleisatz auch Durchschuss bezeichnet). Mit dem computergestützten Satz wurde der Begriff „Zeilenvorschub” eingeführt, dieser wird in Punkt, Inch, Centimeter, Millimeter oder Pica zwischen zwei Grundlinien gemessen.

Zeilenabstand- und -vorschub


Verschiedene Zeilenabstände führen zu verschiedenen Textbildern, so können diese sehr entweder weit („splendid”, Durchschuß von über 120% der Mittelhöhe), normal (Durchschuss von ca. 20%) oder so eng („kompress”) sein, dass sich die Buchstaben berühren. Die Wahl des Zeilenabstands hängt vom Zweck und der Zielgruppe des jeweiligen Werks ab. Bei serifenlosen Schriften sowie bei längeren Zeilen erhöht ein größerer Durchschuß jedoch die Lesefreundlichkeit.

Zeilenabstand

 

buchstabenabstand – kerning |


Der Abstand der einzelnen Buchstaben eines Textes wird „Laufweite” oder auch „Kerning” eines Textes genannt. Professionell entworfene und angebotene Schrifttypen sind diesbezüglich meist nach idealen Maßen ausgerichtet. Wenn dies nicht der Fall ist, kann in den meisten Layoutprogrammen mit Einstellungen nachjustiert werden. (Der Begriff „Kerning” wird hier auch im Zusammenhang mit dem Nachjustieren einzelner Buchstaben – z.B. für einen Schrift-Logo-Entwurf – zueinander verwendet; das generelle Nachjustieren der Laufweite einer Schrift wird auch „Tracking” genannt.)

Laufweite


Diesbezügliche Satz-Probleme: Stehen die Buchstaben generell zu nah aneinander so ist besonders bei kleinen Schriftgrößen die Gefahr des Zusammenfließens (z.B. „r” und „n” sehen aus wie „m”) gegeben; sind die Buchstaben zu weit voneinander entfernt (zu sehr „gesperrt”) gedruckt, fällt der Text optisch auseinander; – beide Fälle beeinträchtigen die Lesemotivation. Bezüglich der Laufweite sind auch Unterscheidungen zwischen schmalen und „fetten” Schriften zu treffen, da bei schmalen Schriften der Buchstabenabstand naturgemäß größer erscheinen kann.

Als „Kerning” wird im digitalen Satz auch das „Unterschneiden” von Buchstaben bezeichnet. Dies bedeutet eine „Verringerung des Abstand zweier Buchstaben” zueinander und wird meist bei Buchstabenpaaren angewendet, die aufgrund ihrer Form unerwünschte Leerräume im Text erzeugen würden. (z.B. T, L, F, O etc.).

Unterschneidung

In der professionellen Schriftproduktion werden die Leerräume meist durch programmierte und beigelegte „Kerning-Tabellen” ausgeglichen. Bei den meisten kostenlosen „Free-Fonts”, die im Web erhältlich sind, ist dies allerdings nicht der Fall, also müssen die Abstände ausgeglichen, also „unterschnitten” werden.

Wird der Abstand zweier Buchstaben vergrößert – so wird dies auch „spacing” genannt.

 

wortabstand, kerning |


Für die Bemessung des optimalen Wortabstandes gibt es verschiedene typografische Ansichten. (Näher Interessierte können sich in Fachliteratur und auch Web kundig machen.) Eine Alternative dazu bieten einige Typografen mit einer „Regel-Breite” des gesamten Buchstabens „n”.

wortabstand


Der Wortabstand steht immer in Relation zu der Laufweite einer Schrift. Bei gesperrter Schreibtechnik ergeben sich folglich auch vergrößerte Wortabstände.

In der digitalen Textverarbeiten kann ein optimaler und konstanter Wortabstand jedoch nur im Flattersatz erreicht werden, da Blocksatz die Zeilen und damit auch die Wortabstände „dehnt”. Hier sind die typografischen Vorgaben nachzujustieren und/oder auch manuelle Korrekturen vorzunehmen.