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grundschrift & grundlinie|

 

grundschrift |

Unter Grundschrift, auch Brotschrift oder Werkschrift genannt, versteht man die Schrift, in der der Mengentext (der Haupttext – „Lauftext” – Grundtext) gesetzt ist; also jener Text in größeren Mengen in der Satzarbeit – neben Überschriften, Zwischentitel, Marginalen, Bildunterschriften etc. – vorhanden ist. Daher spricht man auch von Mengensatz.

Die Begriffe „Brotschrift” oder „Werkschrift” stammen noch aus der Zeit des Hand-Bleisatzes. "Der Ursprung des Begriffs (rührt daher, dass der Schriftsetzer im Zuge der Industrialisierung in Westeuropa und den USA im Akkord entlohnt wurde. Aus der Menge seiner Schriftsatztätigkeit ergab sich der zu erwartende Lohn. Er verdiente folglich sein » Brot « mit dem » Handsetzen « der Druckschrift. Als Berechnungsgrundlage für die Entlohnung diente die Anzahl der gesetzten Zeilen. (...) Diese fragwürdige Entlohnungsvariante der Verleger und Druckereibesitzer war u.a. auch eine wesentliche Motivation dafür, dass sich Schriftsetzer (Stehkragenproletarier) und Drucker überdurchschnittlich stark in der Gewerkschaftsbewegung engagierten.” (Wolfgang Beinert)

 

grundlinie |

Die die Schriftlinie oder auch Schriftgrundlinie ist das gemeinsame Merkmal aller Schriftfamilien. Sie ist der genormte Teil eines Buchstabens in seinem vertikalen Verhältnis und unterstützt einen linear-gleichmäßigen und harmonischen Schriftfluß bei Schriftmischungen.

Schrift-Maßbegriffe


In der Praxis der Schriftgestaltung wird hierbei bei Buchstaben mit runden Formen wie z.B. „O” jedoch getrickst: Da runde Buchstaben – würden sie genau an der Grundlinie orientiert sein – als optisch höher stehend emfunden werden, wird ein optischer Ausgleich durchgeführt und der Buchstabe minimal tiefer gesetzt.

Optische O-Verschiebung