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typo-gestaltungsbegriffe 1 |

 

groß- & kleinbuchstaben |

In der Fachsprache werden Großbuchstaben als „Versalien” (lat. „versus” – dt. „Zeile”) oder auch „Majuskel” (lat. „major” – dt. „größer”, eher älterer Begriff) bezeichnet (z.B. A, B, C, D, E, ...).

Kleinbuchstaben (z.B. a, b, c, d, e, ...) nennt man „Gemeine” (ahd. „gimeini”, mhd. „gemein” –, was soviel wie „gemeinschaftlich, zur Masse gehörend, niedrig oder auch gewöhnlich” bedeutet) oder auch „Minuskel” (lat. „minor” – dt. „kleiner”, ebenfalls eher älterer Begriff).



Serife |

Serifen sind die balken- oder trapezförmigen Abschlußstriche, die Buchstaben an ihren senk- oder waagrechten Endlinien begrenzen und abschließen. Serifenschriften werden in Zeitungen, Büchern und dort, wo große Textmengen verarbeitet werden als Grundschrift verwendet, da sie „lese-effizient” sind und das Auge in der Zeile (Grundlinie) halten.

Die Serifenform ist eine Erfindung der Römer (siehe dazu Begriffsglossar: Capitalis Monumentalis), ob dem allerdings der ästhetischer Anspruch der Römer zugrunde liegt oder die Meisseltechnik Serifen bedingte, ist bisweilen strittig. Ungeachtet dessen erleben die Serifen im Laufe der Schriftentwicklung dennoch technisch bedingte Veränderungen, wie beispielsweise durch den Kupferstich, der sehr feingliedrig ausgearbeitete Serifen ermöglichte.

Serifen

 


weitere buchstaben-gestaltungsformen |

gestaltungsdetails- u. bezeichnungen

 

initialen |


Initialen sind Auszeichnungsmerkmale die aus Buchstaben am Text- oder Absatzanfang bestehen, die größer sind als die Grundschrift. Sie dienen – wie Schriftmischungen und andere Auszeichnungen – der Textgliederung und können – je nach Ausführung – das Schriftwerk auch bibliophil bereichern bzw. schmücken. Der Größe der Initiale – im Verhältnis zur Grundschrift – sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Zu beachten gilt jedoch, dass die Initalen – egal über wie viele Zeilen sie sich erstrecken oder ob sie nach oben den Text überragen – mit der Grundlinie der Grundschriftzeilen unten abschließen sollten.

Initialen


Im Mittelalter, wie auch in der Inkunabelzeit wurden Initialen sehr aufwendig gestaltet: Verschiedenfarbig, mit Plattgold versehen und in den verschiedensten ornamentalen Formen dienten sie teilweise sogar als Illustration oder erzählten kleine, in sich geschlossene Geschichten.


kapitälchen (caps) |

Kapitälchen bezeichnet einen Schriftschnitt einer Schriftfamilie oder einen eigenen Schrifttypus, indem die Gemeinen die Form von meist etwas kleineren Versalien besitzen. Der Einsatz von Kapitälchen-Schriften erfolgt meist in Übertitel oder in Form von Schriftauszeichnungen.

Kapitälchen

Kapitälchen aus einem Schrifttypus zu erzeugen, der keinen Kapitälchenschnitt besitzt, kann in professionellen Layoutprogrammen auch nachträglich durchgeführt werden. Hierbei errechnet das Programm eine verkleinerte Form der Versalien der jeweiligen Schrift, wodurch allerdings die dargestellten „Gemeinen” etwas schmaler als die Versalien werden. Bei echten „Kapitälchenschriften” besitzen Versalien und Gemeine in der Regel die gleiche Linienstärke.