buchstaben-architektur
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buchstaben-architektur |
Die Gesamtgestalt und Wirkung eines Buchstabens ist abhängig
von seinen gestalterischen Detailformen. So wirken beispielsweise
kursive Buchstaben eher dynamisch und bewegter während vertikale
Senkrechtlinie eher Stabilität vermitteln. Schmale Grundlinien
vermitteln eher ein zurückhaltendes (leises) Schriftbild, während
breite Linien ein dominantes (lautes) Schriftbild aufweisen. Gebrochene
Formen (wie sie z.B. in gotischen Schriften vorkommen) wirken eher
traditionell auf die Vergangenheit bezogen, während Schriften
mit Serifen eher seriös und serifenlose Buchstaben
eher modern und sachlich wirken.
Dem Entwurf und Gebrauch einer Schrift liegen folglich immer die
Paramater Aussage- und Wirkungs-Zweck sowie Zielgruppe
zugrunde. Natürlich sind und waren auch diese Parameter zudem
vom Zeitgeist und den technischen Entwicklungsstandards
jeder Epoche abhängig.
Die Muster-Buchstaben aus Albrecht Dürers Majuskel-Alphabet,
das er 1520 in der humanstischen Epoche entworfen
hat, spiegeln dies wieder: War der Humanismus durch eine Rückbesinnung
auf Form- und Maßideale der griechisch-römischen Antike
bestimmt so nimmt es kaum Wunder, das Dürers Alphabet stark
an der römischen Capitalis Monumentalis orientiert-
und auf geometrischen Ideal-Grundformen dieser Epoche, dem goldenen
Schnitt aufgebaut ist. Angesichts der technischen
Möglichkeiten entwarf Dürer sein Majuskel-Alphabet noch
mit Zirkel und Lineal.

Angesichts des heutigen technischen Niveaus kommt der händische
Buchstaben-Entwurf eher seltener in der Kalligrafie oder
in Ausnahmefällen vor. Font-Design-Programme für
PC und MAC haben die Buchstabenkonstruktion revolutioniert und die
Grenzen zwischen der rein typografischen- und bildenden Kunst geöffnet
und u.a. auch den interessierten Laien zugänglich gemacht.
Bogen und Linien sind nun ohne Zirkel und Lineal anhand von Bézier-Kurven
digital beliebig formbar oder können anhand beliebiger Vorlagen
gescannt und bearbeitet werden. So wird von der Firma Fontshop-International
die Schriftfamilie burokrat, die auf der Basis einer
deutschen Telekom-Rechnung entworfen wurde.

Die teilweise eklektizistisch-vermischten und veränderten Fonts
der neuen Type-Generation sind deshalb ausserhalb traditioneller
Klassifikation auch in neue und dementsprechende Kategorien
eingeteilt wie beispielsweise: Amorph, Destruktiv,
Geometrisch, Intelligent, Ironisch
und natürlich auch Historisch.
Schriften-DesignerInnen |
Schriftentwickler oder auch Schriftschöpfer sind Schriftkünstler
die auf der Grundlage des Alphabets Schriften entwerfen. Im Ergebnis
haben alle Buchstaben einer Schriftart den selben Charakter. Durch
die übereinstimmenden Formen, Strichführung und Details
entsteht eine Harmonie, welche sie als eine Einheit erscheinen lassen
(Wolfgang Beinert)
Einen Überblick über wichtige Schriften-DesignerInnen
bieten folgende Sites:
www.klingspor-museum.de/
Homepage des Klingspor-Museums für Buchdruckkunst mit ausdruckbaren
PDF-Daten über viele Gestalter
www.typografie.info/portal/
Portal für Typografie und Gestaltung mit einer Auflistung historischer
und aktueller Schriftendesigner
www.steffmann.de/designer.html
Website des Mediengestalters und Schriftsetzers Dieter Steffmann
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