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Ethymologisch geht der Begriff Typographie zurück auf das altgriech.
typos" (Schlag, Stoß später: Eindruck,
Bild, Muster) und graphein" (schreiben, einritzen).
Der Duden versteht darunter 1. Buchdruckerkunst und 2.: die typografische
Gestaltung eines Druckerzeugnisses. Da sich der Begriff ursprünglich
auf den Druckschriftentwurf und diesbezüglichen Letternguß
des materiellen Schriftsatzes bezog und sich mit Einführung
des Computersatzes (DTP) ein umfassender Strukturwandel vollzog,
existiert heute jedoch keine allgemeingültige Definition mehr.
Typographie wird heute, außer in Wissenschaft und Lehre,
nicht mehr mit Buchdruck in Verbindung gebracht, sondern mit dem
materiell und digital also durch einen mathematischen Algorithmus
kodierten reproduzierbaren Schriftbild als solchem.
(Wolfgang Beinert, Typoakademie.de)
Im engeren Sinne wird heute mit dem Begriff Typografie die Kunst
der Form und Gestaltung von Schriftzeichen bezeichnet,
die auch die Gestaltung von Druckwerken mittels einzelner Gestaltungselemente
(wie Bilder etc.) miteinbezieht.
Eine bessere Gliederung bieten die typografischen Subbegriffe:
Mikrotypografie: beschäftigt sich mit den "Mikroelemtenten
der Gestaltung, also mit Form und Ausführung einzelner Buchstaben
und Zusammenfügung derselben zu Gliederungselementen (wie Worten,
Zeilen, Absätzen, Spalten etc.) und
Makrotypografie: beschäftigt sich mit der Anordnung
aller Gestaltungselemente der Seitengestaltung, also mit der Strukturierung
von Textelementen (Titel, Lauftext, Marginalen, Paginierungen etc.)
und bildhaften Gestaltungselementen (Fotos, Illustrationen, Logos,
Symbolen etc.) im Rahmen des Satzspiegels.
Der Bereich der Makrotypografie wird auch Layout
(engl. to lay") bezeichnet, was soviel wie Planung, Anordnung,
Anlegen der Gestaltungselemente bedeutet. Wird das Layout
mittels spezieller Layout-Programme (z.B. X-Press, In-Design) auf
dem Computer zur Reproduktion vorbereitet und durchgeführt,
wird von einer DTP-Verarbeitung (DTP = Abkürzung v. Desktop
Publishing) gesprochen. Dies deshalb, da das Layout bereits
vor Druck auf dem Bildschirm (Desktop) digital publiziert
betrachtet werden kann.
Wolfgang Beinert, Mediengestalter und Herausgeber der Typoakademie.de
in München gliedert den Umfang der Typografie in mehrere Detailbereiche.
Hier ein überblicksmäßiger Auszug:
Kulturwissenschaft und Lehre der historischen und neueren Schriftgeschichte;
Klassifikation von Druck- und Screenschriften sowie deren kunstgeschichtliche
Zuordnung;
Wissen
über Betrachtungs- und Lesegewohnheiten;
Lehre von der ästhetischen, künstlerischen und funktionalen
Gestaltung von Buchstaben, Satzzeichen und Schriften sowie deren
Anwendungen in Druckwerken, in digitalen Medien und im dreidimensionalen
Raum;
Die Lehre, Sprache und Gedanken mittels maschinell bzw. digital
reproduzierbarer Schriften sichtbar und den Anforderungen entsprechend
optimal lesbar oder verständlich zu machen;
Visuelle Gestaltung eines Druckerzeugnisses, einer Multi-Media-Arbeit
oder einer dreidimensionalen Oberfläche in der Art, dass Inhalt
und Schrift sowie die Anordnung von Text und Bild ein optisch und
didaktisch befriedigendes Ganzes ergeben;
Kenntnisse
von der handwerklichen, druck- und programmtechnischen Implementierung
einer Schriftsatzarbeit.
Als Erfinder der Typografie gilt Johannes Gutenberg (Johannes Gensfleisch),
der um 1450 in Deutschland die erste Druckmaschine erfand, die einen
mechanischen Buchdruck mit beweglichen Lettern ermöglichte.
Mit seiner Erfindung setzte Gutenberg im Bereich der Schrift-Technologie
einen Demokratisierungsprozeß in Gang, da er es ermöglichte,
Wissen und Gedanken maschinell zu reproduzieren und damit einer
breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was einen
radikalen Strukturwandel in Westeuropa zur Folge hatte.
Obwohl Gutenberg mit seiner Erfindung eigentlich an finanziellen
Problemen scheiterte, breitete sich seine Idee (der
Prototyp heutiger Druckereien) im rasanten Tempo über ganz
Europa aus.
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