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über das lesen |

 


Lesen gilt als Schlüsselfunktion der Kultur. – Je größer die Teilnahme an den vorhandenen Informationen einer Kultur, umso mehr Wechselwirkungen können zwischen der Kultur selbst und seinen TeilnehmerInnen entstehen. Lesen dient aber auch der Meinungsbildung und ist ein wichtiger Bestandteil bei allen wichtigen Entscheidungsfindungen in privaten wie öffentlichen Bereich.

Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung – wie die Beiträge zum Thema aufzeigen – wird der Bereich der Typografie eine noch bedeutendere Rolle zukommen als bisher. In diesem Zusammenhang ist auch Typografie zu betrachten. Gute Typografie erreicht ihre Zielgruppe, weckt das Interesse der LeserInnen, gliedert und strukturiert komplexe Textinhalte, gestaltet den Text spannend und hält die Lesemotivation konstant.

Schriftgrößen, die bei einem durchschnittlichen Leseabstand von 30 bis 40 cm gut lesbar sind, werden deshalb „Lesegrößen” genannt. Je nach Schrifttypus fallen Schriftgrößen von 8 bis 12 Punkt (siehe Maßeinheiten) in diese Kategorie.

der vorgang des lesens |


Geübte DurchschnittsleserInnen lesen nicht Wort-für-Wort, sondern „überfliegen” Text. Hierbei werden im Durchschnitt ca. 2 bis 4 Worte „übersprungen”; hochqualifizierte VielleserInnen überspringen gar ganze Zeilen. Aus der Form des Wortes, dem Textumriß schließt das Auge (oder besser: das Gehirn, dass die Informationen des Auges verarbeitet) als logisch-assoziative Konsequenz aus dem vorangegangenen Text und seines inhaltlichen Stils auf die Folgeworte. Das Auge vollzieht eine Sprung-Stopp-Bewegung. Texte, die in Großbuchstaben gesetzt sind lassen sich aufgrund ihrer einheitlichen Umrisswerte schwerer erfassen.

Die Gestaltung der Typografie spielt hierbei eine große Rolle, sie gliedert den Text mittels Auszeichnungen oder Zwischentitel oder strukturiert ihn z.B. durch Einsatz von Bildern oder Illustrationen. Die Typografie unterstützt Blick-Navigation bei komplexen Inhalten und schafft damit eine wichtige Voraussetzung für den Bezug des Individuums zum Text und damit zu seiner verschrifteten Kultur.

Laut Werner Stangl (www.stangl-taller.at/) werden weiters 4 verschiedenen Arten des Lesens unterschieden:

  • Kursorisches (rasches) Lesen: dient der „Erstinformation”, dem Überblick über den Text

  • Selektives (normales) Lesen: Auswahl des zu lesenden Textes erfolgt nach verschiedenen subjektiv unterschiedlichen Gesichtspunkten

  • Vergleichendes (sorgfältiges) Lesen: Gründliches Studieren einzelner Texte und Herstellen von Verständnis-Verbindungen

  • Studierendes (intensives) Lesen: Einprägen und Lernen der Texte

Im Durchschnitt können ungeübte Erwachsene ca. 90 bis 160 WpM (Worte per Minute) lesen, geübte erwachsene Leser: ca. 500 WpM und Trainierte Leserinnen und Leser ca. 900 WpM.

Zu den ebenfalls ebendort angeführten „schlechten Lesegewohnheiten” zählen:

  • Wort-für-Wort-lesen („Fixieren") verbunden mit zu geringer Blickspanne.

  • Rückwärtsspringen („Regression") durch mangelnde Konzentration

  • Stummes Mitsprechen („Subvokalisieren")

  • Visuelle Attraktionen (Konzentrationsschwäche)