das lateinische alphabet |
Als Alphabet bezeichnet man eine systematisch-geordnete, festgelegte
Abfolge von Buchstaben oder Zeichen einer Sprache. Der Begriff
stammt aus dem kirchenlateinischen alphabetum,
welcher auf das altgriechische alphábetos
(von álpha und beta, den ersten Buchstaben
des griechischen Alphabets) zurückführt; und in weiterer
Folge im hebräischen aleph und beth
wurzelt.
Das gesamte Zeicheninventar des Alphabets wird auch als alphanumerischer
Code bezeichnet. Der Begriff alphanumerisch
ist aus dem griechischen/lateinischen abgeleitet und bedeutet neben
Ziffern und Operationszeichen auch beliebige Zeichen eines Alphabets
enthaltend bzw. auch mithilfe von römischen
oder arabischen Ziffern, durch Groß- und Kleinbuchstaben gegliedert.
Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass die deutsche Schrift
auf dem phönizischen Alphabet (ca. 1700 v. Chr.) basiert.
Da dies Alphabet unserem heutigen sehr ähnlich und deshalb
dekodierbar war, wird es in den Augen der Wissenschaft als das Erste
Alphabet der Welt" und als Grundlage unserer heutigen, schriftlichen
Kommunikationszeichen betrachtet.
Quellen
zufolge gelangte das 22 Zeichen umfassende Alphabet der Phönizier
mittels Kulturaustausch nach Griechenland, wo es ca. 900
v. Chr. adaptiert, geometrisch formmodifiziert, mit Vokalen (A,
E, I, O, U) erweitert und von der ursprünglich linksläufigen
Schriftrichtung in eine rechtsläufige geändert wurde.
Diese im multikulturellen Kreta für das Griechische perfektionierte
Alphabetschrift gelangte um 600 v. Chr. über die Etrusker,
die auch das Volk der Bücher genannt wurden, zu den Latinern,
ins heutige Mittel- und Nordwestitalien.
Aus den Nachfahren der Latiner entwickelte sich die römische
Weltmacht, die sich an vielen griechischen Kulturschätzen bereicherte
und Anleihen nahm, so auch am geltenden Schriftsystem. Ca. 400 bis
200 v. Chr. übernahmen die Römer das griechische
Alphabet und gestalteten daraus eine römisch-lateinische Grossbuchstaben-Musterschrift,
die Capitalis Monumentalis (Scriptura Capitalis);
auf dieser Schrift ist unser lateinisches Alphabet
bis auf eher geringfügigere, zwischenzeitliche Änderungen
formal heute noch aufgebaut.
Das deutsche Alphabet besteht heute aus je 26 Groß- und
Kleinbuchstaben sowie Buchstabenkombinationen mit Umlauten und Akzentzeichen.
Die Buchstabenanzahl erfuhr seit den Phöniziern in verschiedenen
zeitlichen Abständen einige Änderungen und Erweiterungen:
Das älteste Dokument unserer lateinischen Buchstaben-Vorfahren
stammt aus dem 6. Jh. vor Chr. (Tuffstein-Stele Lapis Niger,
Rom), das bis auf den Buchstaben B bereits einem kompletten
Alphabet entsprach (formal an phönizisch-griechischen Linie
orientiert).
Die römische Capitalis Monumentalis bestand aus
21 lateinischen Buchstaben phönizisch-griechischen Ursprungs.
Ca. um 100 vor Chr. wurde dies Alphabet mit den griechischen Originalzeichen
Ypsilon und Zeta auf 23 Großbuchstaben
erweitert.
Im Zeitraum zwischen 11. Und 12. Jh. nach Chr. rund 1200
Jahre nach der Capitalis entwickelte sich durch
das Zusammenfügen zweier Buchstaben (Ligatur) aus zwei v
der 24. Buchstabe unseres heutigen Alphabets, das w.
In der Renaissance (13. 17 Jh.) wird durch eine Reihe europäischer
Typografen eine ästhetische und formale Konzentration und Perfektionierung
des einzelnen Buchstaben in Gang gesetzt (Humanismus). Diese Periode
mündet in eine Weiterentwicklung des Alphabets: Durch Unterscheidung
zwischen i und j sowie von u
und v wuchs das deutsche Alphabet auf seine aktuell
geltenden 26 Buchstaben heran.
Quelle:
www.typoakademie.de
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