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:: recht haben in der stadt ::

 

1997 wurde in unzähligen Postkästen eine geheimnisvolle Karte mit folgender Botschaft vorgefunden:

Rettung ist nah ...Er ist einer von uns und er wird in das 21. Jahrhundert kommen wie ein Traum ...
So wird er das Regierungsgebäude betreten und mit Wahrnehmung erschüttern. Dann wird er alle aktuellen und zukünftigen Sparpakete –, die durch soziale Unausgewogenheit glänzen – nehmen und sie den verantwortlichen Politikern in den "Psst” stecken.
Und alle, die politische Macht zum Selbstzweck erklären, werden klagen. Staatsmänner verschiedenen Alters & Couleurs, Eitelkeiten, Intoleranz, Geheimbünde, Bestechliche und Paranoias werden wirbeln. Und ihr Monster namens "BLA” – bekannt aus TV und Werbung – wird ihnen nichts mehr nützen.
Dann wird er die Macht, die derzeitig gierig nach Medien, Kunst und zu Gehirnwäsche greift samt ihrem Vollwaschmittel toter Führungsideologien in seine Zeitmaschine hinein stecken. Und sie werden schäumend verreisen in jene Zeit, in der diese Ideologien noch als aktuell galten.
Im Jetzt wird er bei der Ansicht der Geldströme schädliche Gefälle zwischen Leistung, Nationalität, Geschlecht und Entlohnung entdecken. Und jene, die diese erbaut haben, werden fragen was denn jetzt los ist ...?
Er ist los und wird sich allerorts einmischen, das Unterste nach oben kehren und daraus eine offene, ganzheitliche und bewegte Basis namens "Lebensraum” erschaffen und sie für alle Beteiligten – welcher Nationalität und welcher sexuellen Orientierung auch immer – lebbar machen.
Er wird kommen, handeln und weiterziehen, denn schließlich war dieser Held ein Mensch des Neubeginns ... und was niemand wußte: obendrein war er nicht allein!

Doch wer war Prinz Ravioli und was war sein Geheimnis. Im Mai 2000 wurde er bei der Gründungszeremonie des Cabinet 9 erstmals enttarnt.

 

:: prinz ravioli::

 

Prinz Ravioli, Sohn einer Romaklarinettistin und eines ungarischen Bauernsohnes hat sein Leben dem Gleichmaß des Rechts und der Freiheit verschrieben. Schon in Jugendjahren mit revolutionärem Gedankengut bewaffnet, kehrt er unwillkürlich der elitären Lehre den Rücken und übt sich im Selbstunterricht am Leben selbst. Studien in Csardacs-Tanz, im öffentlichen Aufpudeln und exzessive Sex- und Drogenexzesse waren die Folge.

Sein ausdauerndes Hinterfragen des Begriffs „Autorität” führt ihn jedoch hinaus über den Ruf eines Aussenseiters und hinein in öffentliche Gefängnisanstalten. Doch Ravioli nützt die Gunst der Stunde und gründet vorort den ersten betonumrahmten Freiheitsstaat, in dem er mit den Anstaltsinsassen Experimente zu neuartigen Staatsverwaltungsformen durchführt. Unterstützend dazu sieht er seine Selbstversuche mit Drogen wie Nikotin, Kohlenhydraten, Existenzangst, Alkohol und Teleshopping u. v. a.

Nach Obsoletwerdung und darauf folgener Auflösung der Anstalt genießt er seine Freiheit in den tiefen eines ungarischen Ziehbrunnes, in dem er sich 7 Jahre zur inneren Einkehr zurückzieht. Dort entsteht auch sein Hauptwerk „Misch Du Dich und ich misch mich!”, eine Anleitung zu einer neuen Weltregierung mittels der Einmischung einer Mischmaschine. Später eröffnet er auch einen Mischmaschinen-Handel, der sich zum lukrativen Geschäft entwickelt.

Nach dem Motto der Vermischung beschließt er dann nach Wien zu gehen und sich unter verschiedenen sozialen Gruppen zu mischen. Bei den sozialen und ritenhaften Veranstaltungen genießt er es, homogene Gruppen mit eigenwilligen Ansichtsmischungen und obzönen Fragen – wie beispielsweise „Warum?” – zu kompromittieren.

„Am besten” sagt Ravioli, „finde ich die Mischung der Geschlechter, ob eine oder mehrere Personen daran beteiligt sind, ist egal!” Um das Geschlecht der Mischmaschinen mit seinem zu vermischen ehelicht er 2001 auch die Mischmaschine PDR-C 7500L, eine Turbo Betonmasterin. Und wie es aussieht, trägt diese Liebesheirat auch schon Früchte, denn laut aktueller Pressemeldung steht Nachwuchs schon ins Haus.

Privat gibt sich Ravioli gern besinnlich. Sein Haustier „Rachmaninov” – ein ausgewachsenes Gesäß von Tangagröße „XL” – ist ihm bei seinen Heldenfriedhofsbesuchen noch die größte Inspiration.

Bisweilen ist das Ende des Raviolschen Siegeszuges als Ikone einer neuen Heldenkultur nicht abzusehen. Sein Erfolg ist an den Verkaufszahlen der mischmaschinenführenden Heimwerkergroßmärkte ab zu lesen.

Seit Mai 2000 ist Prinz Ravioli auch autorisiertes Mitglied von Cabinet 9. Die Website des Cabinets "www.cabinet9.com” ist allen Interessierten ans Herz zu legen.

[Susan Montag]


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