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t2 – timesqare


inhalt |

timesquare plakatIrgendwo im Universum beginnt ein märchenhafter Alptraum. Zeit: Irgendwann. Mr. Time und Baby Death pokern um die Welt, doch plötzlich spielt der Säugling einen Aufsehen erregenden Trumpf: die Herz-Dame. Time billigt seinem Kind diesen Trumpf nicht zu und bestraft es fürchterlich.

Time entsinnt sich nun dieser widerständigen und eigenwilligen Herzens-Kreatur, verläßt sein Überall und begibt sich mit seinem Affen auf die Erde, um diese zu „überzeugen”.

Im Fadenkreuz von Mr. Times Interesse beginnen für Fr. Hertz, eine Nachtclubsängerin in der Greenwich-Bar turbulente Zeiten. Suppen beginnen zu sprechen und Stimmen machen sich selbständig und es scheint als wären Logik und Naturgesetze plötzlich nicht mehr gültig. Hertz nimmt‘s gelassen gerät aber dennoch in einen absonderlichen Zeitsog, der sie von einem Geschehen ins nächste schleudert.

Die rasch aufeinander folgenden Situationen, in die Hertz nun geschleudert wird, entwickeln sich zu märchenhaften Sequenzen eines möglichen Alptraums. Und zu allem übel, hat Hertz auch noch einen neuen und seltsamen Direktor, der ihr an den Fersen klebt ...

foto-download zu „timesqare” finden sie hier >>


background |


Das Thema „Zeit” stellt es sowohl im gesellschaftspolitischen Kontext wie auch in der Kunst einen wichtigen Parameter dar. Zwischen den Gattungen „Comics” und „Film” bildet sie sogar das wichtigste Bindeglied. Da in beiden Genres Szenen und Sequenzen zu einer Erzählung zusammengefügt werden. Genau auf dieser Zeit-Tangente „spielt” der semi-experintelle Kurzfilm „timesquare”, indem er versucht wesentliche Gattungsmerkmale der einzelnen Genres zu übersetzen und transplantieren und auch im Film Lesevorgänge in Gang zu setzen, die aus dem Comic bekannt sind. Mehr Informationen dazu unter:

Das Wesen des Comic
Comic-Links
Comic-Sekundärliteratur

„Zeit” ist ein sehr relativer Begriff. So kann eine bestimmte Zeitspanne – unabhängig von ihrer Dauer – sowohl kurz- als auch langweilig erscheinen. Die Wahrnehmung einer Zeitsequenz ist vom Synchronisationsverhältnis derselben mit der inneren Uhr jedes Menschen abhängig. Der Taktschlagrhythmus dieser inneren Uhr zeigt sich in den individuellen Geschwindigkeiten, in denen z.B. Handlungen gesetzt werden, kommuniziert wird. Damit prägt sie nicht nur den Lebensrhythmus- sondern auch einen wichtigen Teil der Persönlichkeit und Identität jedes Einzelnen.

Seit dem letzten Jahrhundert wird der Mensch allerdings zunehmend dazu gezwungen, diesen Teil seiner Identität zugunsten einer sich globalisierenden Industriekultur zu verleugnen und aufzugeben. Der Rhythmus der organischen Evlution des Menschen wurde von den geltenden Gesetzmäßigkeiten der Wirtschaftlichkeit („höher, schneller, weiter”) verdrängt oder auch schlicht & polemisch: „gierig verschlungen”. An die Stelle der individuellen Uhren sind nun Intervalle und Frequenzen getreten, die vom Angebot-Nachfrage-Prinzip der materiellen Warenwelt bestimmt werden. Die Industrienationen feiern Hochkonjunktur und solange schwarze Zahlen geschrieben werden läuft ja alles „glatt”.

Die Protagonistin von „timesquare” ist in diesem Zusammenhang als „Riß”, „Staubkorn” oder „Bananenschale” auf dieser glatten Oberfläche des materiellen Güter- und Zeitprinzips zu verstehen. Sie ist eigenwillig und versucht auch gegen die absurden Arbeitsauflagen ihres strengen Arbeitgebers andere, neue Wege zu gehen. – Dass diese Wege angesichts absurder Zeitprinzipien auch sehr abstrus sein können liegt wohl auf der Hand. Siehe zum Thema Zeit auch:

Aus dem Mythos des Chronos
Das Privatzeit-Paradoxon
Das „Arbeitszeit”-Paradoxon
Biochemie & Zeit-Paradoxie

Als Vorlage für den Film diente die Comic-Figur „Heart, the Beast”, die bereits in den Comic-Strips ihre philosophisch-absurden Probleme mit den Auswüchsen der Zeit erlebte. Die Kostümbildner Andrea Gergely hat sich bei der Anfertigung der Kostüme detailgenau an den vorliegenden Comic-Strips orientiert. Auch die Bühnenbildner und Ausstatter des Films haben in akribischer Kleinarbeit versucht, den Comic-Charakter in den Sets umzusetzen. Siehe zu „Heart, the Beast”-Comics auch:

Heart, the Beast-Strips
Epitaph for my Enemy

Um spezielle Hell-Dunkel-Kontraste zu erreichen –, was mit erschwinglicher digitaler Aufnahmetechnik im Low-Budget-Bereich noch nicht möglich ist, – wurde der Film im Original auf 16mm-sw-Filmmaterial gedreht und zu einem Rohschnitt komprimiert. Der Rohschnitt wurde später digitalsiert und im Digitalzustand nachbearbeitet und mit „Special Effects” und Zeichentricksequenzen erweitert. Für die Zeichentricksequenzen wurde eine sehr aufwändige, nahezu „historische” Technik angewandt, in der jedes Einzelbild (bei 12 Bildern/sec) inklusive der Hintergründe einzeln ausgezeichnet wurden. Mittels dieses Mix von historischen und aktuellen technischen Mitteln spannt „timesqare” einen Bogen zurück zu den Anfängen der Genres Comic und Film.



t2 – timesquare | credits


Buch & Regie :: Gabriele Szekatsch
Produktionsleitung :: Mara Mattuschka
DarstellerInnen :: Vivi Gonzales, Prinz Ravioli, Elisabeth Klocker, Irene Schwarz,
Max Mattuschka, Stefan Eibl, Daniela Tomasini, Mara Mattuschka, Andrea
Witzmann, Ali Janka, Florian u.v.a.
Kamera :: Doro Carl, Mara Mattuschka, Alexandra Brandt
Stills :: Andrea Witzmann
Licht :: Alexandra Brand, Erwin Breznik, Doro Carl, Wa-Lee Scheiber
Maske :: Karin Dunst
Kostüme & Spezialmasken :: Andrea Gergely
Bautechnik & Ausstattung :: Oliver Hangl, Chris Janka, Ali Janka
Musikalische Gestaltung :: Chrono Pop ("Das Glück ist ein Rabe”), Tamara Wilhelm,
Ton :: Gabriele Szekatsch, Tamara Wilhelm, Sepp Nermuth
Postproduktion, Spezialeffekte & Zeichentrick :: Gabriele Szekatsch
Zeichentrick Assistenz :: Robert Maresch, Wa-Lee Scheiber, Andreas Unterkreuter
Digital-Beratung :: Sepp Nermuth/Cool Productions
Kopierwerk 16 mm Material :: Listo Film
Film-Produktion :: Minus-Film Mara Mattuschka, Wien
Postproduktion DV :: Flying Eye – Gabriele Szekatsch

timesquare auf dvd demnächst erhältlich!

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