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madame

 

   
   
 

bißchen comic-theory |

 

comic, das ist ... |

  • „ … gezeichnete Bildergeschichten, die in regelmäßigen Fortsetzungen in der Presse, in Zeitschriften und Zeitungen erscheinen …” (Brockhaus,)

  • „ … mit Texten gekoppelte Bildfortsetzungsgeschichten …” (Meyers Enzyklopädisches Lexikon)

  • „ … Comicstrips – alle Formen der erzählenden Bildfolge, gewöhnlich mit begleitenden Untertiteln oder Dialogen in Sprechblasen (Balloons) versehen …” (Enzyclopedia Americana, zit. nach Rainer Schwarz, in: Comics im Medienmarkt, in der Analyse, im Unterricht)

  • „ … Comics sind aneinander gereihte Einzelbilder, die durch die Reihung eine Zeitfolge (bestehend aus Momentaufnahmen) entstehen läßt. Die Konstanz der Zeitfolge wird u. a. durch das Auftreten derselben Person(en) in mehreren Einzelbildern gewährleistet. …” (Gaupp, Jürgens, Link, Schnurrer in „Phänomen Comics - transparent gemacht”)

  • „Comic/Comicstrip: (amerik. "drolliger Streifen”) der; mit Texten gekoppelte Bilderfortsetzungsgeschichte abenteuerlichen, grotesken oder utopischen Inhalts.” (Der Duden, Das Fremdwörterbuch)

  • „… Sequentielle Kunst …” (William Eisner in: Comics & sequential Art)

  • „… zu räumlichen Sequenzen angeordnete, bildliche oder andere Zeichen …” (Scott McCloud in: Comics richtig lesen)

Grundsätzlich gehen die Meinungen zu einer begrifflichen „Evaluierung” des Mediums „Comic” ziemlich auseinander. So wird teilweise behauptet, dass das Prädikat „Comic” erst durch Reproduktion eines Werkes in Printmedien erlangt werden kann; an anderer Stelle wird im besonderen die Text-in-Bild-Montage hervorgehoben, die einem Werk die Bezeichnung „Comic” verleiht (wodurch beispielsweise W. Busch die Auszeichnung als „Comic-Urvater” verwehrt wird, da er den Text nicht „im-” sondern „unter” dem Bild montierte).

So erscheint der Großteil der Definitionen ziemlich unzureichend, da ...

a) … die Definition „Comics” sich nicht ausschließlich auf „drollige Streifen” bzw. „Funny-Stile” beschränkt und Comics deshalb auch nicht a priori „lustig” sein müssen und auch abgründige Themen wie Kindesmißbrauch, Depression und Gewalt (auch Gewaltverherrlichung) etc. behandeln.

b) … das „zwingende” Definitionsparadigma der „Verbindung zwischen Text und Bild” durch eine Reihe (semi-)avantgardistischer Comicproduktionen, die ohne Balloons und Bildtexte auskommen, obsolet erscheint.

c) … die Definition „Comics” nicht unmittelbar an die Reproduktion in Form von Fortsetzungen in der Presse, in Zeitschriften und Zeitungen gebunden ist;

c.1) ... sich mittlerweile eine Reihe von Internet-Comic-Plattformen etablieren konnten, die ohne Fortsetzung und materiellen Zeitungsdruck erblühen;

c.2) ... aktuelle Tendenzen in der Bildenden Kunst – in der Ära nach Roy Lichtenstein– zeigen, dass Comics und comic-zitierende Darstellungen durchaus auch als einzigartiges Unikat auf Leinwand eine Comic-Seele offenbaren können. Wobei ich den „sequentiellen Ablauf” hierbei in den Bewegungsdarstellungen (die auch nur in einem einzigen Bild(panel) vorkommen können) durchaus als „vorkommend” sehe.

 

fazit |

Die Definitionen von Comics können nicht als festehend angesehen werden, da sie mit jeweiligen technischen Möglichkeiten verbunden sind. So haben sowohl die Erfindung der Reproduktionstechnik, die „Comic-Verfolgung” in den 50er Jahren, die Anerkennung des Medium Comic als Kunstform, wie auch die Verbreitung des Internets auf das Medium eingewirkt und es damit auch verändert.

Doch mitten aus dem Dschungel dieser Comic-Verwirrung erscheint Will Eisners und Scott Mc Clouds Definitionen noch am zutreffendsten, die ich – persönlich modifiziert – so zusammenfasse:

Comics = Sequentielle Kunst mittels narrativer
Bild- und Zeichendarstellung

Die dieser Definition zugrundeliegenden Überlegungen bieten dem Medium „Comic” einerseits den größtmöglichen Freiraum, andererseits verweisen sie auch auf den manifesten Background des Comic, der zweifelsohne im Bereich der künstlerischen Gestaltung, also der Kunst aufzufinden ist.

Um allerdings auch in Österreich abseits dem „Lustige-Bildchen-Nivau” ein breiteres Verständnis und eine öffentliche „Sprache” über Comics entwickeln zu können, tun noch viele Ausstellungen, Informationensveranstaltungen, Gespräche, Diskussionen und “Comicologische Congresse” über das Medium not.

 

übrigens ... |

Comics sind nicht mit Cartoons zu verwechseln, denn ein Cartoon ist eine Zeichnung lustigen bzw. ironisiert- kritischen Inhalts, die im Gegensatz zur sequenzhaften Bildfolge eines Comic (die mindestens aus 2 Bildern bestehen muß) aus nur einem einzigen Bild besteht.

 

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